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Das Interesse der Luxusindustrie am Ankauf von Altgold

Wiederaufbereitung von wertvollen Elementen.

Der hohe Goldpreis treibt das Recycling voran, auch weil es für Privatpersonen attraktiver geworden...
Der hohe Goldpreis treibt das Recycling voran, auch weil es für Privatpersonen attraktiver geworden ist, ihr Altgold zu verkaufen.

Das Interesse der Luxusindustrie am Ankauf von Altgold

Die Nachfrage nach Gold war noch nie so groß wie heute, und der Goldpreis steigt. Es gibt viele Gründe, warum das Recycling von Restgold aus Industrieabfällen nicht nur notwendig, sondern auch attraktiv ist. Das Familienunternehmen C. Hafner ist seit 170 Jahren in dieser Branche tätig, und Philipp Reisert, der Chef des Unternehmens, erzählt von seinen Kunden, die sich zu diesem Edelmetall hingezogen fühlen.

Ihr Produkt ist im Wesentlichen reines Gold. Dazu werden edelmetallhaltige Abfälle in ganz Europa gesammelt und in ihre einzelnen Bestandteile zerlegt, zum Beispiel in Gold, Silber, Platin oder Palladium. Dieser Zersetzungsprozess erfolgt entweder chemisch oder pyrolytisch, je nach Qualität des Abfalls. Die verbleibenden Metalle, wie Kupfer oder Zink, werden zur Wiederverwertung an Hüttenwerke weitergeleitet.

Wie sammeln sie diese Materialien?

Philipp Reisert: Es sind Industrieabfälle, Reste von Goldschmieden und sogar die Goldankäufer, die man auf der Straße sieht. Unsere Lieferanten schicken diese Abfälle zu uns. Sie entscheiden sich für uns, weil wir die Logistik übernehmen. Da diese Materialien so wertvoll sind, ist das ein wichtiger Faktor.

Bei hohen Goldpreisen gibt es Anreize für mehr Recycling, da es sich für die abfallproduzierenden Unternehmen mehr lohnt, ihr Edelmetall einzuschmelzen. Außerdem sind Privatpersonen eher geneigt, ihr Altgold zu verkaufen.

Wirken sich die steigenden Kosten negativ auf Sie aus?

In Bezug auf den Ankauf sicherlich. Wir achten aber immer darauf, dass unsere Edelmetallbilanz ausgeglichen ist, indem wir unsere Positionen physisch absichern. Wenn ich ein Kilo kaufe, verkaufe ich gleichzeitig ein Kilo. Der Goldpreis selbst hat also keinen Einfluss auf unsere Käufe und Verkäufe. Aber er bestimmt das Geschäft, und eine hohe Volatilität ist gut für die Marge.

Wie sieht die Nachfrage bei Ihnen aus?

Das ist eine komplexe Frage. Die Nachfrage ist hoch, was angesichts der steigenden Preise auch Sinn macht. Bestimmte Branchen, wie die Zahnmedizin und medizinische Produkte, sind jedoch stark von den hohen Goldpreisen betroffen. Dies könnte dazu führen, dass man verstärkt Alternativen bevorzugt. Gegenwärtig kommt der Großteil der Nachfrage aus dem Investmentbereich.

Ihr Schwerpunkt liegt auf recyceltem Edelmetall im Gegensatz zu Minenmaterial. Warum ist das so wichtig?

Es liegt an den Anforderungen ihrer Kunden. Sie handeln hauptsächlich mit Luxusgütern, und Marken wie Richmond, Kering und Louis Vuitton legen großen Wert auf die Transparenz ihrer Lieferkette. Da diese Artikel stark mit Ruhm, Begehrlichkeit und Geschichten assoziiert werden, könnten Probleme in der Lieferkette für die Marke katastrophale Folgen haben. Sie fühlen sich wohler mit Gold, das aus recycelten Quellen stammt.

Kennen Sie den Mythos, der sich um Gold rankt?

Es ist ein faszinierender Mythos, der sich seit über dreitausend Jahren hält und für Schmuck und Münzen verwendet wird. Der Wert des Goldes ergibt sich aus seiner Knappheit, obwohl es reichlich im Umlauf ist - das macht es zu einer beliebten Investition in Zeiten der Unsicherheit. Obwohl der Wert des Goldes in erster Linie psychologischer Natur ist, kann er auch beim Vermögensaufbau an der Börse eine Rolle spielen.

Nils Kreimeier sprach mit Philipp Reisert.

Hören Sie die neueste Folge von "Zeit Null"

  • Die abnehmende Bedeutung von Gold im Schmuckbereich
  • Reiserts Sicht auf den idealen Anteil von Gold an der Vermögensbildung
  • Warum Menschen versuchen, über die Herkunft ihres Goldes zu täuschen

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Quelle: www.ntv.de

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