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Die IHK-Nord blickt mit Sorge auf das Jahr 2024

Seit Beginn der Corona-Pandemie glauben viele Unternehmen, sie befänden sich im permanenten Krisenmodus. Steigende Kosten, Rezession und Unsicherheit sind eine schlechte Kombination, die auch in Norddeutschland die Stimmung trübte.

Klaus-Jürgen Strupp, Vorsitzender der Industrie- und Handelskammer Rostock (IHK). Foto.aussiedlerbote.de
Klaus-Jürgen Strupp, Vorsitzender der Industrie- und Handelskammer Rostock (IHK). Foto.aussiedlerbote.de

Konjunktur - Die IHK-Nord blickt mit Sorge auf das Jahr 2024

Hohe Energiekosten, mangelnde Investitionen, übermäßige Bürokratie und schlechte Infrastruktur – das sind aus Sicht der Industrie- und Handelskammer die größten Herausforderungen für die norddeutsche Wirtschaft. Führende Wirtschaftsforschungsinstitute prognostizieren für das Jahr 2024 eine Rezession oder ein nur verhaltenes Wachstum der deutschen Wirtschaft. „Auch die Unternehmen im Norden Deutschlands blicken auf die Entwicklungen im kommenden Jahr“, sagte IHK-Nord-Vorsitzender Klaus-Jürgen Strupp der Deutschen Presse-Agentur zum Ende seiner einjährigen Amtszeit. Das Jahresende und der Jahresanfang.

Besonders besorgt ist Stroop, Vorsitzender der IHK Rostock, über die Entwicklung der Energiepreise. „Hohe Energiekosten belasten die Unternehmen stark. Erschwerend kommt hinzu, dass aufgrund der Haushaltskrise einige der geplanten Entlastungen in der Region inzwischen zurückgenommen wurden.“ Um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu sichern, müssen die Energiekosten gesenkt werden dauerhaft reduziert. „Um das zu erreichen, muss die Energieversorgung Deutschlands zunächst massiv ausgebaut werden.“

Der Ausbau erneuerbarer Energien muss forciert werden und darf den Interessen der nördlichen Bundesländer nicht schaden. Überall dort, wo die Energiewende durch den flächendeckenden Ausbau erneuerbarer Energien vorangetrieben wird, muss es für netzangeschlossene Kunden wirksame Ermäßigungen und Befreiungen bei den Netzanschlussentgelten geben.

„Die IHK steht den Plänen zur Abschaffung der Netzentgeltsubventionen kritisch gegenüber“, sagte Stroup. Sollte dies tatsächlich beseitigt werden, drohen der Wirtschaft deutlich steigende Strompreise. Nach Berechnungen des Deutschen Industrie- und Handelskammertags werden Unternehmen bis 2024 mit zusätzlichen Stromkosten von bis zu 20 % rechnen müssen.

Stroop führte außerdem eine „verfallene Infrastruktur“ an. Norddeutschlands Häfen, Autobahnen, Bundesstraßen und Wasserstraßen müssen sich an die Energiewende anpassen und widerstandsfähig sein. „Der strategisch wichtige Hafen erfordert eine deutliche Aufstockung der Bundesmittel, um seine Funktionsfähigkeit aufrechtzuerhalten“, warnte der Unternehmer und kritisierte gleichzeitig „übermäßige Bürokratie“, die dem Unternehmen erhebliche Kosten beschere.

Ab 2024 wird die Leitung der IHK Nord auf die IHK für Ostfriesland und Papenburg und deren Präsidenten Bernhard Brons übertragen. Die IHK Nord ist ein Zusammenschluss von 13 norddeutschen Industrie- und Handelskammern aus Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Sie vertreten nach eigenen Angaben knapp 900.000 Unternehmen in Norddeutschland.

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Quelle: www.stern.de

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