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Transformationsfonds verfassungswidrig

Der Staatsrechnungshof geht davon aus, dass der Karlsruher Haushaltsbeschluss auch Auswirkungen auf den Transformationsfonds des Saarlandes haben wird. Der Präsident legte seinen Jahresbericht 2022 vor.

Blick auf das Gebäude des Saarländischen Rechnungshofes..aussiedlerbote.de
Blick auf das Gebäude des Saarländischen Rechnungshofes..aussiedlerbote.de

Transformationsfonds verfassungswidrig

Der Saarländische Rechnungshof (LRH) hält den drei Milliarden Euro schweren Transformationsfonds für verfassungswidrig. LRH habe „erhebliche Zweifel“, ob es den vom Bundesverfassungsgericht in einem Urteil von Mitte November festgelegten Standards entspreche, sagte LRH-Präsidentin Annette Groh am Mittwoch bei der Vorstellung ihres Jahresberichts 2022.

Der Rechnungshof kritisierte, dass der Fonds auf einer einmaligen Ausrufung des Ausnahmezustands 2022 und einer entsprechenden Kreditermächtigung für das Geschäftsjahr 2022 beruhte. Diese können jedoch nur eine tatsächliche Kreditaufnahme am Kapitalmarkt und die Durchführung von Kreditfinanzierungsmaßnahmen über einen Zeitraum von mehreren Jahren rechtfertigen. Es liegt daher nun in der Verantwortung von Haushaltsgesetzgebern und Landesregierungen, zu prüfen, welche Schlussfolgerungen sich aus dem Karlsruher Urteil ziehen lassen. Der Rechnungshof wird die weiteren Entwürfe genau beobachten und prüfen.

Deshalb kündigte Finanzminister Jakob von Weizsäcker (SPD) kürzlich an, dass er den Landtag künftig jedes Jahr erneut prüfen lassen werde, ob besondere Notfälle vorliegen. Es muss sichergestellt werden, dass derzeit keine „irgendwelchen Experimente“ gewagt werden.

Am Dienstag findet vor dem Haushalts- und Finanzausschuss des US-Repräsentantenhauses eine Expertenanhörung zum Transformationsfonds statt. Auch dort wollte Groh ihre Einschätzung abgeben.

Ende 2022 hat die saarländische Landesregierung einen schuldenfinanzierten 3-Milliarden-Euro-Transformationsfonds für den Strukturwandel aufgelegt. Ziel ist unter anderem die Förderung der Stahlindustrie, Nachfolgelösungen für den Saarlouiser Ford, energetische Gebäudesanierungen und Firmenansiedlungen.

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Quelle: www.dpa.com

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