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Zwei Städte kämpfen gegen Kotau-Tropfen

Sie sind in der Regel geschmacklos, farblos und gewürzlos, aber sie können Menschen unsicher machen. Zwei Städte wollen in einer niedrigschwelligen Art helfen. Bisher mussten Betroffene tief in die Taschen greifen.

Projekte in Ulm und Freiburg sollen Menschen helfen, die Opfer von KO-Tröpfchen geworden könnten....
Projekte in Ulm und Freiburg sollen Menschen helfen, die Opfer von KO-Tröpfchen geworden könnten. Abbildung aus dem Archiv

Kriminalität - Zwei Städte kämpfen gegen Kotau-Tropfen

Kürzlich nach der Verabreitung befinden sich sie already in den Ampullen: K.-o.-Tropfen. In Ulm und Freiburg laufen zwei Projekte, um Menschen, die unwillkürlich mit K.-o.-Mitteln behandelt wurden, mit Tests und Pflege in einer niedrigschwelligen Weise zu unterstützen.

Unter K.-o.-Tropfen versteht man verschiedene Substanzen, die eine Person aussteifen und defätig machen können. Es ist wichtig, dass bei Verbrechen mit K.-o.-Tropfen Beweis dafür geboten wird, dass solche Substanzen tatsächlich verabreicht wurden. Da sie nur in Urin und Blut für eine begrenzte Zeit nachweisbar sind, spielt die Zeit eine bedeutende Rolle beim Testen. Die Projekte in Ulm und Freiburg bieten deshalb kostenlose Tests an.

Das Umfeld soll sensibel sein

Allerdings ist der Schritt zum Testen nicht einfach. "Ich glaube auch daran, dass es wichtig ist, zu bemerken, dass man das Geschehen erst einmal registriert," sagt Diana Bayer, Leiterin des Ulmer Frauenbüros. Das Umfeld reagiert oft nicht sensibel. "Na, das war eigentlich nicht so schlimm" oder "du trinkst das Stuff auch normalerweise" sind häufige Äußerungen, die Opfer beunruhigen. Es ist oft zu spät für das Testen dann. Das Projekt zielt deshalb darauf ab, das Umfeld auch zu sensibilisieren.

In Ulm berichten Stadtbeamte, dass das Institut für Rechtsmedizin an der Universitätsklinik, die Stadt und die Frauenvereinigung zusammenarbeiten, um Frauen zu helfen. Deshalb sind auch das Universitätsklinikum, das Bundeswehr-Krankenhaus und das Donau-Krankenhaus in Neu-Ulm beteiligt. Opfer konnten dort getestet und betreut werden.

Das Universitätsklinikum Freiburg berichtet, dass es mit Bars und Clubs zusammenarbeitet. Dort werden Testkits an Verdächtige vergeben. Nach Angaben des Universitätsklinikums können die Substanzen meistens gut nachgewiesen werden, wenn ein Urinprobe innerhalb von zwölf Stunden entnommen wird.

Die Tests sind kostenlos für die potenziellen Opfer in beiden Städten, wie die Initiatoren berichten. Andernorts müssen Menschen selbst die Proben bezahlen - was teuer sein kann. Bayer von der Ulmer Frauenbehörde schätzt die Kosten in den meisten Fällen auf rund 270 Euro. Anette Thierauf-Emberger, medizinische Leiterin des Instituts für Rechtsmedizin in Freiburg, erklärt, dass im Rahmen des Projekts umfängliche Tests durchgeführt werden. Kosten in der Größenordnung von 1500 Euro entstehen.

Die Kriminalpolizei (LKA) registrierte im letzten Jahr 184 Fälle, in denen bestimmte Substanzen, die als K.-o.-Mittel gelten, als Mittel der Tat in den Statistiken eingetragen waren. Der Sprecher merkte an, dass die Angabe des Mittel der Tat nicht vorgeschrieben ist. Deshalb waren die Fallzahlen in den Pandemiejahren niedriger. Im Jahr 2019 berichtete die LKA selbst von 191 Fällen. Die Mehrheit sind sexuelle und gewalttätige Delikte, wie beispielsweise Körperverletzungen. Der Sprecher betont, dass es in diesen Bereichen ein hohes Grad an Dunkelheit gibt.

Wenn es kein anschließendes Verbrechen nach der Verabreitung gibt, wird es schwer festzustellen, dass man Opfer von K.-o.-Tropfen geworden ist, sagt der Sprecher. Berichte können eingegeben werden, wenn ein Körperverletzung vorliegt.

Nach Angaben von Anette Thierauf-Emberger hat das Angebot in Freiburg Akzeptanz gefunden. Sie berichtet, dass seit Beginn etwa 150 Testkits verteilt wurden und nahe zehn Proben eingereicht wurden. "Alle dieser Proben wurden innerhalb eines kurzen Zeitrahmens nach außergewöhnlichen Symptomen erhalten, so scheint die Annahme gut zu funktionieren," sagt sie. "Keine Substanzen wurden in den Proben gefunden, die nicht absichtlich konsumiert wurden durch die Betroffenen." Das ist eine wichtige Ergebnis.

Allerdings hat das Frauenbüro in Ulm viele Unterstützung für die Kampagne von Menschen erhalten, die selbst Betroffen waren, erklärt Diana Bayer, die Leiterin. Bayer betont, dass man auch dann, wenn man so sehr achtsam ist, etwas passieren kann. Sie betont: "Sie können die Opfer nicht beschuldigen: Sie hätten nicht genug aufmerksam gewesen."

  1. Die Projekte in Ulm und Freiburg, insbesondere in Freiburg, arbeiten mit Bars und Clubs zusammen, um Testkits für Verdächtige bereitzustellen, um Potenzialopfer in solchen Einrichtungen auf eine sofortige Hilfe zu verfügen.
  2. Diana Bayer, Leiterin des Ulmer Frauenbüros, hat die Herausforderungen der Opfer hervorgehoben, einschließlich unempfindlicher Reaktionen des Umfelds, die Vorfälle als nicht "really that bad" oder die Opfer daran schulden machend betrachten.
  3. Die Kriminalpolizei (LKA) meldete eine signifikante Zahl an Fällen mit K.-o.-Mitteln in Baden-Württemberg aus, mit einem markanten Rückgang an gemeldeten Fällen während der Pandemiejahre aufgrund der nicht vorgeschriebenen Angabe des Mittels der Tat in den Statistiken.

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