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Wenn ein Ranger zum Detektiv wird

Die meisten Wälder Baden-Württembergs befinden sich in Privatbesitz. Manche Besitzer haben keine Ahnung, wie viel Glück sie haben, und manche haben keine Anleitung. Das ist gefährlich für den Wald.

Es gibt beschädigte Bäume im Wald. Foto.aussiedlerbote.de
Es gibt beschädigte Bäume im Wald. Foto.aussiedlerbote.de

Umwelt - Wenn ein Ranger zum Detektiv wird

Simon Elsenhans arbeitet tatsächlich im Wald. Aber Förster im Bezirksamt Göppingen sitzen immer wieder am Schreibtisch, am Telefon oder vor den Häusern anderer Leute. Die Frage dahinter ist: Wem gehört dieser Wald?

Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums besitzen Kommunen und Unternehmen mit 40 % den größten Anteil der Waldfläche in Baden-Württemberg. Dahinter folgen private Waldbesitzer mit knapp 36 %.

Manche Privatwaldbesitzer kennen ihre Wälder und „man muss sie nur an die Hand nehmen“, sagt Elsen Hans, Leiter der Oberförsterei Deckingen (Bezirk Göppingen). Sabine Schmid nahm Kontakt zu ihm auf. Sie sagte, sie sei Privatwaldbesitzerin in der dritten oder vierten Generation. „Wir haben den Förster zur Bestandsaufnahme hinzugezogen“, sagte der 32-Jährige. Anschließend wurden Maßnahmen besprochen.

Aber: „Nicht allen Waldbesitzern ist bewusst, dass ihnen der Wald gehört und dass etwas getan werden muss“, sagte Elsenhans. Dies geschieht beispielsweise bei komplexen Erbengruppen. Dies könnte Auswirkungen auf den Übergang zu klimastabilen Wäldern oder den Borkenkäferbefall haben.

Ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums erklärte, dass eine aktive Waldbewirtschaftung aus vielen Gründen wichtig sei. „Unvermeidbare Waldschäden, etwa durch Stürme, Dürre oder Borkenkäfer, müssen schnell behoben werden, um andere Teile des Waldes zu schützen, etwa um eine großflächige Ausbreitung von Borkenkäfern zu verhindern.“

Das war eine bekannte Frage, als Elsenhans bei der Beobachtung des Waldes etwas bemerkte. Du kannst in den Wald gehen, aber du kannst nichts tun. „Die Hemmschwelle für Eingriffe in Eigentum ist ziemlich hoch“, sagte er. „Das passt nicht zum Zeitpunkt der Entwicklung des Borkenkäfers.“ Deshalb bevorzuge er Gespräche gegenüber Briefen mit Fristen. „Sobald man die Verbindung hergestellt hat, funktioniert es“, sagte Elsenhans. Bis dahin könnte es ein langer Weg sein.

Diana Tröger, stellvertretende Leiterin des Forstamts, erklärt, dass, wenn das Forstamt anhand seiner eigenen Unterlagen nicht herausfinden könne, wem ein Waldstück gehört, die Route in der Regel durch die Gemeinde führt. Dennoch stammen die letzten Informationen wahrscheinlich aus dem Jahr 1920. Dann beginnen Sie mit der Suche nach Personen oder Verwandten in der Stadt. „Das ist Forschungsarbeit“, sagte Troger.

Das Forstamt organisiere auch gemeinsame Pflege- und Pflanzaktionen, wenn der Waldbesitzer bekannt sei, sagte Troger. Das ist auch wirtschaftlicher. Denn Privatwälder sind meist klein. „Es lohnt sich nicht, mit schwerem Gerät in den Wald zu fahren und zwei Bäume auszureißen.“ Auch das Forstamt Göppingen bietet kostenpflichtige Waldschutzdienste an.

Auch das Landwirtschaftsministerium sei besorgt über die Aktivierung privater Waldbesitzer, so ein Sprecher. „Um den Zugang zu den Wäldern und den Förstern vor Ort zu erleichtern und das Interesse an den eigenen Wäldern zu wecken, setzen wir zunehmend auf digitale Lösungen“, erklärte der Sprecher. Durch die „ForestExpert App“ können private Waldbesitzer ihren Wald und den zuständigen Förster schneller finden.

Sabine Schmid hofft, dass ihr Wald nächstes Jahr Gestalt annimmt. Dann heißt es: „Abgebrochene Bäume sollten entfernt und wieder aufgeforstet werden.“

Informationen zur WaldExpert-App

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Quelle: www.stern.de

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