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Meyer: Wasserstoffspeicherung in Salzstöcken wie bei Kraak

Einziger Gasspeicher in Mecklenburg-Vorpommern
Reinhard Meyer (SPD), der Wirtschafts-, Tourismus- und Verkehrsminister von Mecklenburg-Vorpommern.

Salzlagerstätten in großer Tiefe könnten nach Einschätzung von Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Energieminister Reinhard Meyer (SPD) eine wichtige Rolle für das Gelingen der Energiewende spielen. Bislang dienten ausgespülte Kavernen wie bei Kraak südlich von Schwerin als Großspeicher für Erdgas. «Langfristig gilt es für den Standort zu prüfen, ob und in welcher Form auch eine Speicherung von Wasserstoff möglich sein kann», sagte Meyer am Montag anlässlich eines Informationsbesuches an der Anlage. Bislang gehe dies dort noch nicht.

Bundes- und Landesregierung sehen in grünem Wasserstoff, der mit Hilfe vom Öko-Strom mittels Elektrolyse aus Wasser gewonnen wird, den Energieträger der Zukunft. Er soll Erdgas, Erdöl und Kohle bei der Erzeugung von Wärme und Strom ersetzen, damit den Ausstoß klimaschädlicher Gase verhindern helfen und Import-Abhängigkeiten verringern. Der großtechnische Einsatz von Wasserstoff stößt bislang noch an technische Grenzen.

Unter anderem im Rahmen der Projektgemeinschaft Norddeutsches Reallabor laufen aber bereits gemeinsame Projekte der Nord-Länder, die Zukunftstechnologie voranzubringen. Ein zentraler Punkt ist dabei die Umwandlung und Speicherung von überschüssigem Wind- und Solarstrom. Neben dem Aufbau eines Wasserstoff-Transportnetzes würden künftig auch ausreichend Möglichkeiten zur Wasserstoffspeicherung benötigt, betonte Meyer.

In Kraak (Landkreis Ludwigslust-Parchim) betreibt die Eon Hanse AG (Quickborn, Schleswig-Holstein) einen Erdgas-Speicher mit einem Fassungsvermögen von etwa 300 Millionen Kubikmeter. Dazu war in rund 1000 Metern Tiefe Salz aus einem Salzstock ausgewaschen worden, um Hohlräume für das Gas zu schaffen. Die Bedeutung solch großer Gasspeicher war im Zuge der Energiekrise im Vorjahr deutlich geworden, als russische Gaslieferungen drastisch verringert worden waren. Mit dem Erdgas aus dem Speicher bei Kraak könnten laut Betreiber – je nach Außentemperatur – rund 150 000 Einfamilienhäuser bis zu ein Jahr lang beheizt werden. Der Speicher ist über zwei Ferngasleitungen an das bundesweite Gasnetz angeschlossen.

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