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Lang erwartetes 800-Millionen-Dollar-Museum eröffnet in Berlins ehemaligem Königspalast

Nach fast zwei Jahren Verzögerung eröffnet der ehrgeizige Museumskomplex Humboldt Forum seine ersten persönlichen Ausstellungen.

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Lang erwartetes 800-Millionen-Dollar-Museum eröffnet in Berlins ehemaligem Königspalast

Der neue Kulturkomplex, dessen endgültiges Budget nach Angaben eines Pressesprechers 680 Millionen Euro (über 800 Millionen Dollar) überstieg, soll jährlich rund 1.000 Veranstaltungen bieten und bis zu 3 Millionen Besucher empfangen. Während die Außenterrasse und die Innenhöfe bereits seit letztem Jahr für die Öffentlichkeit zugänglich sind, musste die offizielle Eröffnung des Innenraums im Dezember 2020 per Livestream erfolgen.

Doch mit dem Abklingen der Pandemie und der Lockerung der Beschränkungen in Deutschland sind inzwischen sechs Ausstellungen im ersten und zweiten Stock des Komplexes eröffnet worden.

Der Innenhof des wiederaufgebauten Berliner Schlosses.

Koloniale Ausbeutung

Eine der Ausstellungen, "Schreckliche Schönheit. Elefant - Mensch - Elfenbein" erforscht die Geschichte des weltweiten Elfenbeinhandels in einem Programm, das von den Staatlichen Museen zu Berlin, dem Naturkundemuseum und den Nationalmuseen von Kenia entwickelt wurde. Die koloniale Ausbeutung, die die Schau thematisiert, wurde bei der Planung und dem Bau des Humboldt-Forums, in dem die ethnologischen Sammlungen Berlins gezeigt werden sollen, kontrovers diskutiert.

Eine große Wissenschaftsausstellung der Humboldt-Universität mit dem Titel "Humboldt Lab: After Nature" wurde ebenfalls am Dienstag eröffnet. Sie beschäftigt sich mit den Auswirkungen des Klimawandels und des Verlusts der biologischen Vielfalt auf Gesellschaft und Demokratie. Eine Ausstellung für Kinder zwischen 3 und 10 Jahren mit dem Titel "Have a Seat!" beschäftigt sich mit der Frage, warum, wann, wo und wie sich verschiedene Gruppen und Gesellschaften hinsetzen.

Die interaktive Dauerausstellung "Berlin Global" erkundet anhand einer Handvoll Themen die Verbindung Berlins mit dem Rest der Welt, darunter Revolution, Krieg, Unterhaltung und Mode. Eine fünfte Ausstellung ist den Brüdern Alexander und Wilhelm von Humboldt gewidmet, die dem Komplex seinen Namen gaben. Der 1769 geborene Alexander war Naturforscher, Entdecker und Geograph, während sich der zwei Jahre ältere Wilhelm auf politische Theorie, Sprach- und Geschichtsphilosophie spezialisierte.

Besucher interagieren in der Ausstellung

Im Untergeschoss befinden sich einige Reste der historischen Schlossmauern und eines mittelalterlichen Dominikanerklosters, die 2008 ausgegraben wurden. Eine archäologische Ausstellung beschäftigt sich mit der Geschichte des Ortes, während im Skulpturensaal Fragmente des ursprünglichen Palastes aus mehreren Jahrhunderten zu sehen sind. Ein Videopanorama bietet einen Überblick über acht Jahrhunderte der Geschichte des Ortes und unterstreicht, dass er "immer ein Werk im Dienste der Macht" war.

Arbeit im Gange

Das Humboldt-Forum wird noch ein wenig länger ein "work in progress" sein: Im September werden die dritte und vierte Etage des Westflügels eröffnet, in denen die ethnologischen und asiatischen Kunstsammlungen Berlins gezeigt werden. Dazu gehören eine Japan-Abteilung mit Teehaus, chinesische Kaiserkunst und Teile der afrikanischen Sammlungen. In diesem Monat wird auch ein Restaurant auf der Dachterrasse eröffnet.

Besucher gehen durch die Ausstellung

Die dritte und vierte Etage des Ostflügels mit den übrigen völkerkundlichen und asiatischen Sammlungen wird in der ersten Jahreshälfte 2022 eröffnet. Dazu gehören Abteilungen über die Geschichte der afro-brasilianischen Diaspora im Amazonasgebiet, die globale Vielfalt des Islam und südostasiatische Theatertraditionen. Eine temporäre Ausstellung der Benin-Bronzen, deren Rückgabe an Nigeria Deutschland zugesagt hat, ist ebenfalls geplant.

In den Sommermonaten sind eine Reihe von Tanzaufführungen, Filmvorführungen, Konzerten und Vorträgen sowie ein Open-Air-Festival im Schlüterhof geplant.

Bild oben: Das Wahrzeichen der deutschen Hauptstadt, der Fernsehturm, und das wiederaufgebaute Berliner Schloss, in dem sich das Humboldt-Forum befindet.

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Quelle: edition.cnn.com

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