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Glücksspiel-Streams im Internet – weshalb sind sie so beliebt und wo kann man sie schauen?

Was der Reiz am Zuschauen ist und wo die meisten iGaming-Streamer unterwegs sind, wird hier genauer erklärt.

Quelle: https://unsplash.com/de/fotos/68ATDXuBLo

Der Glücksspielhype hält an, seit mehreren Jahren zocken immer mehr Menschen im Internet um echtes Geld. Seriöse Anbieter finden die Spieler über Vergleichsportale wie GamingGadgets, die einen genauen Blick auf den Markt haben. Nicht jeder Glücksspielliebhaber ist bereit, eigenes Geld zu setzen.

Eine Alternative sind Glücksspiel-Streams im Internet, die sich wachsender Beliebtheit erfreuen. Was der Reiz am Zuschauen ist und wo die meisten iGaming-Streamer unterwegs sind, wird hier genauer erklärt.

Der Nervenkitzel aus der Ferne – was den Glücksspiel-Stream so spannend macht

Hinter der Begeisterung für Glücksspiel steckt ein simpler Mechanismus. Das Belohnungssystem im Gehirn reagiert auf externe Reize und schüttet Botenstoffe aus. Da Gewinne oder die Aussicht darauf positiv gewertet werden, besteht die Gefahr einer Suchtentwicklung beim Spiel.

Das ist einer der Gründe, warum verantwortungsbewusstes Spiel heute so wichtig ist. Ein ähnlicher Effekt zeigt sich bei Zuschauern von Glücksspielen. Wer im Stadion seiner Lieblingsmannschaft beim Fußball zuschaut, freut sich über ein Tor so sehr, als wäre es das eigene.

Und das lässt sich auf Streams übertragen. Wenn wir einem Streamer zuschauen, hegen wir in bestimmter Form Sympathien für diese Person. Gewinnt sie beim Spiel, macht sich stellvertretend Freude breit. Darüber hinaus ist der Spannungsfaktor hoch, da das Spielgeschehen dynamisch ist.

Während sich klassische Shooter oder storybasierte Games oft vorhersagen lassen, ist das bei Glücksspiel nicht möglich. Gewinne und Verluste können gleichermaßen auftreten, sodass jede Runde neue Spannung bietet. Aus Zuschauersicht entsteht ein vehementer Vorteil, denn das eigene Geld kommt nicht zum Einsatz.

Eine Rolle spielt allerdings auch die Persönlichkeit des Streamers. Wer stumm und ohne Interaktion mit dem Publikum spielt, wird nur wenige Zuschauer begeistern. Anders sieht es aus, wenn Emotionen und Regungen gezeigt werden. Lautes Fluchen bei einem Verlust und jubelnde Freude beim Gewinn animieren das Publikum und halten es bei Laune. So kommt es, dass vor allem Glücksspiel-Streamer mit außergewöhnlicher Persönlichkeit beliebt sind.

Twitch als Plattform – nur eingeschränkt für Glücksspiel geeignet

Die mit Abstand beliebteste Streamingplattform für Gamer ist Twitch. Das zu Amazon gehörende Unternehmen bietet Livestreamern die Möglichkeit, ihren Content direkt ins Wohnzimmer der Zuschauer zu übertragen. Namhafte Glücksspieler wie Knossi oder Montana Black hatten hier ihren großen Durchbruch.

Durch zunehmende Beschwerden und aus Jugendschutzgründen entschied sich Twitch dafür, das Angebot einzuschränken. Heute dürfen Glücksspiel-Streams nur noch dann durchgeführt werden, wenn der Anbieter eine Lizenz im jeweiligen Land hat.

Für Spieler aus Deutschland gilt dabei, dass eine Lizenz gemäß des Glücksspielstaatsvertrags vorhanden sein muss. Diese schränkt die verfügbaren Gamingmöglichkeiten deutlich ein, denn Tischspiele, Live-Casinos und hohe Einsätze sind verboten. Nach wie vor weichen Gambler folglich auf Angebote aus, die in Europa zugelassen wurden.

Sie werden ebenfalls geprüft (z.B. von der renommierten Malta Gaming Authority), sind aber weniger streng bezüglich der Regeln. In Deutschland dürfen Streamer auf diesen Plattformen nicht spielen und das Spiel dabei auf Twitch übertragen. Und das brachte einen der größten Konkurrenten des Streaming-Dienstes auf den Markt.

Kick als „der neue Kick“ für Gambler – was die Plattform anders macht

Hinsichtlich der Funktionsweise ähnelt Kick Twitch sehr deutlich, mit einem Unterschied. Anstatt Glücksspiel zu verbieten, werden entsprechende Streamer sogar angeworben. Zahlreiche kleine und größere Content-Creatoren sind bereits gewechselt, da die Regeln bei Kick weniger streng sind. Hier ist Zocken erlaubt und sogar gewünscht.

Selbst Krypto-Casinos sind nicht (wie bei Twitch) verboten, sondern dürfen genutzt werden. Einige der bekanntesten Glücksspiel-Streamer Deutschlands (Orangemorange, scurrows, Bonusheroes) sind bereits gewechselt und verzichten zugunsten von Kick ganz auf die eingeschränkten Vorgaben von Twitch.

Wer auf der Suche nach einer guten Mischung aus Gaming-Streams und Glücksspiel-Angeboten ist, wird bei Kick schlechte Karten haben. Dort steht Gambling klar im Vordergrund. Die Viewerzahlen sind verglichen mit Twitch noch deutlich geringer, es wartet aber Zuwachs. Einer der größten Unterschiede ist, dass Kick seine Streamer aktiv fördert und mit hohen Provisionen lockt.

Dadurch sollen vor allem jene, die bei Twitch aufgrund der Größe kaum Fuß fassen können, einen Anreiz zum Wechsel bekommen. Die Funktionalitäten beider Plattformen sind ähnlich. Wie bei Twitch haben Zuschauer auch bei Kick die Möglichkeit, ihre Favoriten mit Spenden und Abos zu unterstützen. Das kommt so manchem Glücksspieler gelegen, der gerade am Slot wieder eine große Summe verloren hat.

Oft und lange wurde darüber diskutiert, ob Twitch jegliche Form von Glücksspiel auf der Plattform verbieten wird. Es war geplant, man ruderte dann aber im Sinne des regulierten Marktes zurück. Glücksspiel-Streams sind immer dann erlaubt, wenn der Anbieter aus dem jeweiligen Land stammt und lizenziert ist.

Das heißt, dass deutsche Spielotheken nur von deutschen Streamern und US-amerikanische Plattformen nur von amerikanischen Gamblern genutzt werden dürfen. Dann aber ist es legal, das Spiel zu senden und auch als Zuschauer daran teilzunehmen.

Wichtig: Um Glücksspielinhalte zu publizieren, muss der Kanal in den FSK 18 Modus versetzt werden. Dann können nur Zuschauer teilnehmen, die mindestens 18 Jahre alt sind. Bei Kick hingegen verweist man auf die Verantwortungspflicht der Eltern.

Blick in die Gerüchteküche: Bis heute gilt als unklar, wem Kick tatsächlich gehört. Nach offiziellen Bekundungen sollen Edward Craven und Bijan Tehrani mit 1/3 bzw. 2/3 Anteilseigner sein. Diese beiden Investoren gehören zu den Mitgründern eines Krypto-Casinos, das bei Twitch komplett (für alle Länder) verboten ist.

Es wird darüber spekuliert, der bekannte Glücksspiel-Streamer TrainwrecksTV ebenfalls im Besitz einiger Anteile sein könnte. Bewiesen wurde das bislang nicht, allerdings war er einer der ersten Kick-Streamer und investiert viel Zeit in Werbung und Promotion für den neuen Streaming-Dienst.

Fazit: Glücksspiel bei Twitch und Co. – die beiden wichtigsten Anlaufadressen

Obwohl Streams auch bei YouTube möglich sind, spielen Twitch und Kick die Hauptrollen, wenn es um Glücksspiel geht. Um zuzuschauen, ist kein eigener Account erforderlich. Es reicht aus (bei Twitch), die eigene Volljährigkeit per Mausklick zu bestätigen und schon öffnet sich der Stream. Trotz der eingeschränkten Möglichkeiten bei Twitch sind nach wie vor nicht alle Gambler zu Kick abgewandert.

Die größten Namen sind mittlerweile aber auf beiden Plattformen vertreten. Vor allem die fehlende „Blacklist“ mit verbotenen Casinos macht Kick zu einer interessanten und beliebter werdenden Alternative. Ob sich Twitch mit Platz 2. in diesem Bereich zufrieden gibt oder die Regeln noch einmal geändert werden, bleibt abzuwarten.

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