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Die Ukraine plant, Strom nach Deutschland zu liefern

Der ukrainische Ministerpräsident Denys Schmyhal plant Gespräche mit Olaf Scholz. Die Ukraine plant, Strom nach Deutschland gegen Devisen zu liefern. Der Spiegel berichtet.

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Die Ukraine will Deutschland mit Energielieferungen unterstützen. Dies kann die schwierige Lage im Zusammenhang der Energieversorgung aufgrund der Verweigerung russischer Stromlieferungen entspannen.

„Aktuell exportiert die Ukraine bereits Strom nach Moldawien, Rumänien, in die Slowakei und nach Polen. Und wir sind durchaus bereit, unsere Exporte nach Deutschland auszuweiten“, sagte der ukrainische Ministerpräsident Denys Schmyhal der Nachrichtenagentur dpa.

Gewinnbringende Zusammenarbeit

Schmyhal sagte, dass die Ukraine dank Kernkraftwerken genug Strom habe. Er versprach, dieses Thema bei seinen Besuchen in Berlin und Brüssel mit europäischen Staats- und Regierungschefs zur Sprache zu bringen.

Es wird erwartet, dass Schmyhal am Sonntag die deutsche Hauptstadt besucht und von Bundeskanzler Olaf Scholz im Kanzleramt empfangen wird.

Die Ukraine trennte sich im Februar vom Energiesystem der Länder des postsowjetischen Raums sowie von Moldawien. Mitte März trat das Land dem Europäischen Energiesystem bei. Zu Beginn des Sommers hatte sie alle 6 technischen Anforderungen erfüllt, die für den Beginn der Lieferungen erforderlich sind.

Jetzt versorgt die Ukraine die Europäische Union mit Strom, allerdings in kleinen Mengen. Dies liegt an Kontingenten aus dem Leitungsnetz. Schmyhal sagte, er wolle sie deutlich erhöhen, um mehr Macht in die EU zu bringen.

„Das wäre für beide Seiten sehr gut. Die EU würde mehr Energie und die Devisen bekommen, die wir dringend brauchen“, sagte der Premierminister.

Ukraine will Strom nach Deutschland liefern: Woher betreibt sie diesen?

In der Ukraine sind 4 von der Sowjetunion gebaute Kernkraftwerke in Betrieb. Ihre Gesamtkapazität liegt bei über 14 Gigawatt. In Deutschland zum Vergleich nur 4 Gigawatt.


Die Ukraine plant, Strom nach Deutschland zu liefern. Aufgrund der Feindseligkeiten ist der Inlandsverbrauch zurückgegangen und die Exportkapazitäten gestiegen. Foto: de.wikipedia.org

Gleichzeitig steht das größte der ukrainischen Kernkraftwerke (und das leistungsstärkste in Europa), Saporischschja, seit März unter russischer Kontrolle. Die internationale Gemeinschaft befürchtet, dass Feindseligkeiten in der Nähe von Kernkraftwerken zu einem nuklearen Unfall führen könnten.

Für mehrere Wochen vereinbarten die Parteien einen Besuch unabhängiger Sachverständiger. Schließlich traf eine Delegation der Internationalen Atomenergiebehörde am KKW Saporischschja ein. Demnächst soll die IAEA berichten, wie sicher die Lage auf der Station ist. Zwei Mitarbeiter der Organisation bleiben dauerhaft dort.

Mit Ausbruch des Krieges verbrauchte die Ukraine aufgrund von Zerstörungen, Flüchtlingsströmen und wirtschaftlicher Rezession weniger Energie. Dadurch wurden Kapazitäten für den Export frei.

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