Retrospektive Ruth Wolf Rehfeldt im Minsk: «Nichts Neues»

Unter dem Titel «Nicht Neues» zeigt das Potsdamer Kunsthaus Das Minsk von Samstag an eine Retrospektive der Künstlerin Ruth Wolf-Rehfeld. Gezeigt werden auf zwei Etagen rund 200 Werke der DDR-Künstlerin aus den Jahren 1960 bis 1990, wie Museums-Direktorin Paola Malavassi am Donnerstag bei der Vorstellung der Schau mitteilte. Dabei geht es in erster Linie um die «Type-Writings», die Wolf-Rehfeldt mit der Schreibmaschine schuf, gezeigt werden bis zum 7. Mai aber auch Gemälde, Druckgrafiken und Collagen.

«Allein die Malerei erfüllte sie nicht – aber die Auseinandersetzung mit Bild, Schrift und Sprache», sagte Malavassi. So entstanden mit Schreibmaschine auf weißem Papier Buchstaben-Kunstwerke, Poesie mit philosophischen und politischen Fragestellungen. «Ob die Natur sich nicht übernahm, als sie sich den Menschen leistete», ist eine der getippten Fragen der Künstlerin, die in Zeiten des Klimawandels wieder neue Bedeutung gewinnt.

Nach der Wiedervereinigung stellte die 1932 im sächsischen Wurzen geborene Wolf-Rehfeldt ihre künstlerische Arbeit ein und antwortete 2018 auf die Anfrage einer Galerie nach neuen Arbeiten mit dem Stempel «Nichts Neues», wie Malavassi sagte. Die Retrospektive ist die zweite Ausstellung des im vergangenen September gegründeten Museums der Stiftung von Software-Milliardär Hasso Plattner.

Bis zum vergangenen Wochenende waren Wolf-Rehfeldts Werke im Berliner Kuperstichkabinett zu sehen. Der Kunstraum Potsdam zeigt zeitgleich von Samstag bis Mitte April unter dem Titel «Kunst ist wenn sie trotzdem entsteht» Werke der Künstlerin und insbesondere ihres Mannes Robert Rehfeldt, der nach der Wende seine künstlerische Arbeit mit farbstarken Werke fortsetzte. In der DDR-Zeit hatte das Künstler-Ehepaar mit der «Postkunst», dem Versenden von Kunstwerken, die Grenzen der DDR überwunden und sich auch international mit der Kunstwelt vernetzt.