Das Lob­by­re­gis­ter wird im Hes­si­schen Land­tag ein­ge­führt. Bür­ge­rin­nen und Bür­ger haben das Recht zu erfah­ren, wer an Ent­schei­dungs- und Gesetz­ge­bungs­pro­zes­sen betei­ligt ist, erklär­te Jür­gen Frömm­rich, Par­la­men­ta­ri­scher Geschäfts­füh­rer der Grü­nen-Frak­ti­on, am Mitt­woch im Wies­ba­de­ner Land­tag. Wer sei­ne Inter­es­sen in Land­tag, Lan­des­re­gie­rung oder Abge­ord­ne­ten ver­tritt, muss dies in das Regis­ter eintragen. 

Der Gesetz­ent­wurf set­ze ein Zei­chen für die Trans­pa­renz des demo­kra­ti­schen Pro­zes­ses, erklär­te der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Mat­thi­as Büger von der FDP-Frak­ti­on. Es geht aber auch dar­um, mehr Raum für ver­trau­li­che Gesprä­che zu schaf­fen. Ähn­lich äußer­te sich Hol­ger Bel­li­no, sein Gegen­kan­di­dat in der CDU-Bun­des­tags­frak­ti­on. Die Regie­rungs­frak­ti­on von CDU und Grü­nen hat den Gesetz­ent­wurf gemein­sam mit der FDP vorgelegt. 

Die SPD-Abge­ord­ne­te Ange­li­ka Löber sag­te, das Pro­jekt sei über­fäl­lig. Die Sozi­al­de­mo­kra­ten haben die Ernen­nung eines Lob­by­is­ten gefor­dert. Der Lin­ke-Rechts­exper­te Ulrich Wil­ken kri­ti­sier­te das Lob­by­ing-Mel­de­ge­setz als vol­ler Aus­nah­men und Schlupf­lö­cher. Es stellt ledig­lich ein all­ge­mei­nes Regis­ter der Inter­es­sen­grup­pen bereit. Dadurch wird nur ein Unter­neh­mens­ver­zeich­nis erstellt. 

Der Bun­des­tag hat ein Hal­len­ver­zeich­nis ein­ge­führt. Sein Zweck ist es, den Men­schen zu ermög­li­chen, zu sehen, wer Ein­fluss auf poli­ti­sche Ent­schei­dun­gen und Geset­ze hat. Pro­fes­sio­nel­le Inter­es­sen­ten müs­sen sich dort seit Anfang 2022 regis­trie­ren. Sie müs­sen unter ande­rem Aus­kunft über ihre Auf­trag­ge­ber und Sach­ge­bie­te sowie den per­so­nel­len und finan­zi­el­len Auf­wand ihrer Lob­by­ar­beit im Bun­des­tag und in der Bun­des­re­gie­rung geben. Lob­by­is­ten sind ver­pflich­tet, sich an einen bestimm­ten Ver­hal­tens­ko­dex zu hal­ten. Zuwi­der­hand­lun­gen wer­den mit einer Geld­stra­fe von bis zu 50.000 Euro belegt. 

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